Seelenrückholung
Im Schamanismus gehen wir davon aus, dass traumatische Erlebnisse, die Seele angreifen. Diese bringt ein Stück der Lebenskraft in Sicherheit, um sich zu schützen. Wir nennen das auch Dissoziation (Abspaltung). In dem schamanischen Ritual der Seelenrückholung kann man diese Lebenskraft wieder mit der Person zurückverbinden. Damit wird das Trauma verarbeitbar.
Traumatische Erfahrungen und Anlass einer Seelenrückholung können sein:
- Kindheitsgeschichten, wie Einsamkeit, sexuelle Ausbeutung
- akute Ereignisse wie ein Unfall, ein schwerer Verlust, eine Krankheit
Es muss sich nicht immer um ein einzelnes einschneidendes Erlebnis handeln. Auch lang andauernde schwierige Lebensumstände können dazu führen, dass Seelenteile abgespalten (verdrängt)werden.
Symptome von Seelenverlust können sein:
- Traurigkeit, Antriebslosigkeit
- depressive Verstimmung
- fehlende Erinnerungen
- das Gefühl haben, neben sich zu stehen
- Dissoziation (Abspaltung)
Ritual der Seelenrückholung
Die Schamanin/ der Schamane begibt sich in eine Trance und "sucht" nach den verlorenen Seelenanteilen der Hilfe suchenden Person. Dabei sieht die/der schamanisch Tätige oftmals auch etwas von der Situation, in der ein Seelenverlust stattgefunden hat.
Dann wird die Verbindung der Klientin/des Klienten mit dem Verlorenen wieder hergestellt. Damit kommen oft auch Erinnerungen und Gefühle wieder. Deshalb ist die Integration ein wichtiger Teil der Arbeit. Aber vor allem ist es ein grosses Geschenk, wieder mehr "sich selbst" sein zu können.
Checkliste: Symptome eines Seelenverlustes (pdf)
